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Ich hoffe wir sehen uns wieder im nächsten Advent.


28.12.06 20:47




Weihnacht

Es glänzen hell die Sterne
Weit übers Land hinaus,
Es rufen aus weiter Ferne
Glocken ins Gotteshaus.
Und durch die Friedhofspforte
zieht die Gemeinde still,
die dem fröhlichen Worte
der Weihnacht lauschen will.
Der weiße Schnee deckt leise
das stille, schlafende Land.
Es klingt wie Orgelweise,
ein Zauber hält alle gebannt.
Es ist ein Licht erklommen,
das übergoldet die Nacht,
es ist Kunde gekommen,
die ist allen gebracht.
Allen, in allen Reichen
klingt dies lockende Wort
ein Sehnen sondergleichen
reißt alle Herzen fort.
Und die sich hart bekriegen,
sollen einander verzeihen,
und die in Ketten liegen,
sollen gerettet sein.
Und die in Nacht verzagen,
soll Himmelslicht erbau'n,
und die da Heimweh tragen,
sollen die Heimat schau'n.
Es ist ein Lied erklungen
von jubelnd heller Art,
es ist ein Ros entsprungen
aus einer Wurzel zart.

Verfasser ist mir unbekannt


26.12.06 14:14



Die heiligen drei Könige

Drei Könige wandern aus Morgenland;
Ein Sternlein führt sie zum Jordanstrand;
In Juda fragen und forschen die drei,
Wo der neugeborene König sei.
Sie wollen Weihrauch, Myrrhen und Gold
Dem Kinde spenden zum Opfersold.
Und hell erglänzet des Sternes Schein,

Zum Stalle gehen die Kön'ge ein.
Das Knäblein schauen sie wonniglich,
Anbetend neigen die Kön'ge sich,
Anbetend neigen die Kön'ge sich,
Sie bringen Weihrauch, Myrrhen und Gold
Zum Opfer dar dem Knäblein hold.


Peter Cornelius
26.12.06 14:05


Einsam am Heiligen Abend

Jedesmal wenn Weihnachten kommt, muß ich an Herrn Sörensen denken. Er war der erste Mensch in meinem Leben, der ein einsames Weihnachtsfest feierte, und das habe ich nie vergessen können.
Herr Sörensen war mein Lehrer in der ersten Klasse. Er war gut. Im Winter bröselte er sein ganzes Frühstücksbrot für die hungrigen Spatzen vor dem Fenster zusammen. Und wenn im Sommer die Schwalben ihre Nester unter den Dachvorsprung klebten, zeigte er uns die Vögel, wie sie mit hellen Schreien hin und her flogen. Aber seine Augen blieben immer betrübt.
Im Städtchen sagten sie, Herr Sörensen sei ein wohlhabender Mann. "Nicht wahr, Herr Sörensen hat Geld?" fragte ich einmal meine Mutter. "Ja, man sagt's." - "Ja ... ich hab' ihn einmal weinen sehen, in der Pause, als ich mein Butterbrot holen wollte ..."
"Herr Sörensen ist vielleicht so betrübt, weil er so allein ist", sagte meine Mutter. "Hat er denn keine Geschwister?" fragte ich. "Nein - er ist ganz allein auf der Welt..."
Als dann Weihnachten da war, sandte mich meine Mutter mit Weihnachtsbäckereien zu Herrn Sörensen. Wie gut ich mich daran erinnere. Unser Stubenmädchen ging mit, und wir trugen ein großes Paket, mit rosa Band gebunden, wie die Mutter stets ihre Weihnachtspäckchen schmückte.
Die Treppe von Herrn Sörensen war schneeweiß gefegt. Ich getraute mich kaum einzutreten, so rein war der weiße Boden. Das Stubenmädchen überbrachte die Grüße meiner Mutter. Ich sah mich um. Ein schmaler hoher Spiegel war da, und rings um ihn, in schmalen Rahmen, lauter schwarzgeschnittene Profile, wie ich sie nie vorher gesehen hatte.
Herr Sörensen zog mich ins Zimmer hinein und fragte mich, ob ich mich auf Weihnachten freue. Ich nickte. "Und wo wird Ihr Weihnachtsbaum stehen, Herr Sörensen?" - "Ich? Ich habe keinen, ich bleibe zu Hause."
Und da schlug mir etwas aufs Herz beim Gedanken an Weihnachten in diesem "Zuhause". - In dieser Stube mit den schwarzen kleinen Bildern, den schweigenden Büchern und dem alten Sofa, auf dem nie ein Mensch saß - ich fühlte das Trostlose, das Verlassene in dieser einsamen Stube, und ich schlug den Arm vors Gesicht und weinte.
Herr Sörensen zog mich auf seine Knie und drückte sein Gesicht an meines. er sagte leise: "Du bist ein guter, kleiner Bub." Und ich drückte mich noch fester an ihn und weinte herzzerbrechend.
Als wir heimkamen, erzählte das Stubenmädchen meiner Mutter, ich hätte gebrüllt.
Aber ich schüttelte den Kopf und sagte: "Nein, ich habe nicht gebrüllt. Ich habe geweint. Und weißt du, ich habe deshalb geweint, weil nie jemand zu Herrn Sörensen kommt. Nicht einmal am Heiligen Abend..."
Später, als wir in eine andere Stadt zogen, verschwand Herr Sörensen aus meinem Leben. Ich hörte nie mehr etwas von ihm. Aber an jenem Tag, als ich an seiner Schulter weinte, fühlte ich, ohne es zu verstehen, zum ersten Male, daß es Menschen gibt, die einsam sind. Und daß es besonders schwer ist, allein und einsam zu sein an Weihnachten.

Herman Bang (1857-1912)
25.12.06 07:39




Heiliger Abend

Als ich so aus dem Fenster seh,
in Hamburg dieses Jahr,
es liegt schon wieder mal kein Schnee,
ist langsam nicht mehr wahr.

Wo kommt da Weihnachtsstimmung her,
die Glocken läuten zwar,
doch peitscht der Regen immer mehr,
laut an das Haus, wie jedes Jahr.

Da fällt mir die Geschichte ein,
vor langer Zeit wurd sie vollbracht,
als kam das kleine Jesulein,
zur Welt im Stall ganz sacht.

Und da lag auf des Stalles Dach,
nun ganz gewiss kein Schnee,
ich dachte lange drüber nach,
trank meinen heissen Tee.

Die Weihnachtsstimmung heut`ger Zeit,
bestimmt Geschäft und Geld,
ich bin dazu nicht mehr bereit,
weil mir das nicht gefällt.

Die Regenwolken sind verzogen,
ein Stern blinkt hell am Himmelszelt,
noch ist die Welt nicht ganz verbogen,
die Botschaft doch auf ewig hält.

Und während ich die Schritte lenke,
zur Kirche, wo die Glocke läut,
ich endlich weihnachtlich nun denke,
wir gehen zum Geburtstag heut.

So wünsch ich allen die dies lesen,
die wunderbare Heil`ge Nacht,
und ist es wieder schön gewesen,
dann hat es doch nur ER vollbracht.

Heinz Bornemann

24.12.06 07:22


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